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Wachstum Bremerhavens

Der Norddeutsche Lloyd hatte einen maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. 1858 wurde mit den 2.674 BRT großen Dampfschiffen Bremen (I) und New York ein regelmäßiger Linienbetrieb zwischen dem Neuen Hafen in Bremerhaven und New York eingerichtet. In den folgenden Jahren kamen Passagierverbindungen nach Baltimore und New Orleans hinzu. 1862 erhielt Bremerhaven mit der Strecke aus Bremen einen für den Passagierverkehr wichtigen Eisenbahnanschluss.

Abfertigungshalle des Norddeutschen Lloyd in Bremerhaven (um 1870)

 

Der Leuchtturm Bremerhaven von Simon Loschen entstand 1854. Im folgenden Jahr wurde die (ebenfalls von Loschen geplante) Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche eingeweiht. 1867 gründete sich das Stadttheater Bremerhaven, und 1911 konnte die heutige Spielstätte nach Plänen von Oskar Kaufmann gebaut werden.

Am 11. Dezember 1875 kam es zur sogenannten Thomas-Katastrophe. Die Explosion einer Bombe forderte 81 Tote und 200 Verletzte. Der Kanadier William King Thomas wollte mit dieser Bombe das Auswandererschiff Mosel auf offener See sprengen, um so die Versicherungsprämien für seine aufgegebene, angeblich wertvolle Ware zu kassieren. Der Sprengsatz detonierte jedoch schon beim Beladen des Schiffes. Thomas wurde von der Polizei verhaftet und beging Selbstmord.

1880 erhielt Bremerhaven einen hauptamtlichen Stadtdirektor und wurde damit eine selbstständige Gemeinde im Land Bremen. Gleichzeitig erhielt die nördlich von Bremerhaven gelegene Gemeinde Lehe stadtähnliche Rechte. 1883 wurde die Telefonleitung von Bremen nach Bremerhaven eröffnet, damals die längste Telefonleitung Deutschlands.

Marktplatz Bremerhaven um 1880, Blickrichtung nach Westen zum Alten Hafen, Zeichnung

Marktplatz Bremerhaven um 1880, Blickrichtung nach Westen zum Alten Hafen, Zeichnung

Die Gemeinde Geestendorf wurde am 1. April 1889 nach Geestemünde eingegliedert („Hafenort Geestemünde“ mit etwa 15.000 Einwohnern).

Der Norddeutsche Lloyd stellte 1897 den Schnelldampfer Kaiser Wilhelm der Große in Dienst, welche das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung von Bremerhaven nach New York gewann. Es folgten bis 1907 drei weitere Passagierdampfer, die Kronprinz Wilhelm, die Kaiser Wilhelm II. und die Kronprinzessin Cecilie.

1900: Verabschiedung des deutschen Ostasiatischen Expeditionskorps durch Kaiser Wilhelm II.

Am 27. Juli 1900 kam Kaiser Wilhelm II. nach Bremerhaven und hielt hier seine sogenannte „Hunnenrede“. Anlass der Rede war die Verabschiedung des deutschen Ostasiatischen Expeditionskorps zur Niederschlagung des Boxeraufstandes im Kaiserreich China. Infolge dieses Aufstandes wurde ab 1900 der Reichspostdienst nach China unter anderem durch 14 Lloydschiffe verstärkt.

Verabschiedung des deutschen Ostasien-Expeditionskorps zur Niederschlagung des "Boxeraufstands".- Kaiser Wilhelm II. bei seiner Ansprache ("Hunnenrede")

Verabschiedung des deutschen Ostasien-Expeditionskorps zur Niederschlagung des "Boxeraufstands".- Kaiser Wilhelm II. bei seiner Ansprache ("Hunnenrede")

 

1913 erhielt die Landgemeinde Geestemünde mit etwa 27.000 Einwohnern Stadtrechte (kreisfreie Stadt). Am 1. April 1920 wurde Lehe kreisfreie Stadt, und Wulsdorf (4.830 Einwohner) wurde ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Geestemünde.

Quellen: Wikipedia.de, Wikimedia.org, Bundesarchiv.de