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Nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt stark zerstört und verlor einen Großteil ihrer Bevölkerung. Durch eine Übereinkunft der britischen und amerikanischen Besatzungsbehörden vom 22. Januar 1947 und durch die Proklamation Nr. 3 der amerikanischen Militärregierung vom 21. Januar 1947 wurden das Stadt- und Landgebiet Bremens sowie der Stadtkreis Wesermünde, einschließlich Bremerhavens, rückwirkend zum 1. Januar 1947 zu einem als Land zu bezeichnenden Verwaltungsgebiet erklärt. Am 10. März 1947 wurde die Stadt Wesermünde durch den Bremer Senat (Landesregierung) in Bremerhaven umbenannt.[15] Die Stadt hatte rund 115.000 Einwohner; im Siedlungsraum lebten rund 170.000 Menschen. Die höchste Einwohnerzahl erreichte die Stadt 1965 mit 146.220.

Danach diente Bremerhaven als Port of Embarkation, als Nachschubhafen für die USA. Beim alljährlichen Open Day im Mai gab es Musik, Paraden und Flugvorführungen der NATO-Staaten. 1964 stürzte dabei ein amerikanischer Starfighter unweit der Tribüne ab. Der Pilot ertrank auf seinem Schleudersitz in einem Weidengraben. Als die Schiffe im Vietnam-Krieg gebraucht wurden, verlegten die Amerikaner ihren Nachschub auf den Luftweg über die Rhein-Main Air Base. Damit wurden der Flugplatz in Weddewarden und die vielen Wohnblocks der Soldatenfamilien in Lehe und Geestemünde nach und nach aufgegeben.

Bremerhaven war bis 1977 Verwaltungssitz des niedersächsischen Landkreises Wesermünde.

Deutschland Besatzungszonen 8 Jun 1947 - 22 Apr 1949 amerikanisch

Deutschland Besatzungszonen 8 Jun 1947 - 22 Apr 1949 amerikanisch

Auf der Grundlage des Wirtschaftsplanes „Bremerhaven 1958“ erteilte der Magistrat im Rahmen des Bundesbaugesetzes 1960 dem Stadtplaner Ernst May den Auftrag, einen Flächennutzungsplan (Generalbebauungsplan) für das gesamte Stadtgebiet aufzustellen. Ein Wirtschaftsgutachten von Isenberg und ein Verkehrsgutachten von Leibbrandt ergänzten den Plan. Durch die Pläne von May wurde der Stadtteil Mitte konsequent auf die Weser und die davorliegenden Hafenbecken ausgerichtet.

Das Blaue-Band-Schiff United States und seit 1959 das Lloyd-Schiff TS Bremen (V) laufen Bremerhaven regelmäßig an. 1961–1962 wurde der „Bahnhof am Meer“ an der Columbuskaje neu errichtet. Der im Überseehafengebiet liegende Containerterminal mit der längsten Stromkaje der Welt (knapp 5 km) wurde seit 1975 abschnittsweise ausgebaut. Der Seegüterumschlag betrug im Jahr 2007 über 50 Millionen Tonnen.

Mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum nach Plänen von Hans Scharoun in Arbeitsgemeinschaft mit dem Bremerhavener Architekten Helmut Bohnsack erhielt die Seestadt 1973 das bedeutendste maritime Museum Deutschlands. 1975 begann der Bau des Columbus-Centers. Die Hochschule Bremerhaven wurde 1975 gegründet und danach ständig erweitert. Gottfried Böhm hat die zentralen Gebäude entworfen. 1980 entstand das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI). Oswald Mathias Ungers hat den Neubau entworfen. Das Deutsche Auswandererhaus entstand 2005.